Blackout am Hamburger Flughafen – The 58 Days After (Letzter Teil)

Blackout am Hamburger Flughafen – The 58 Days After (Letzter Teil)

CONDOR – Wir lieben Fliegen, so der sympathisch klingende Slogan jener Airline, die mich am 3. Juni 2018  um 15.25 Uhr eigentlich von Hamburg nach Palma de Mallorca bringen sollte … Betonung auf eigentlich– denn leider kam was dazwischen: der Blackout am Hamburger Flughafen! Wie es von da an für mich als CONDOR-Kunden weiterging? Steht alles hier auf VIVA MALLORCA!

Kurzer Rückblick – Was bisher geschah: Am Tag unserer geplanten Abreise nach Mallorca, es ist Sonntag, der 3. Juni, erfahren wir plötzlich vom Stromausfall am Hamburger Flughafen. Verzweifelt versuchen wir, irgendwie an Informationen zur aktuellen Lage und vor allem zu unserem geplanten CONDOR-Flug zu kommen – doch leider ohne jeden Erfolg…

Irgendwann an diesem unglücksseligen Sonntagmorgen müssen mein Mann und ich  einsehen, dass es sinnlos ist, auf gezielte Informationen zu hoffen – weder vom Hamburger Flughafen noch von CONDOR! So machen wir uns schließlich wie geplant um 13 Uhr mit dem bestellten Taxi auf den Weg zum Hamburg Airport. Ganz im Gegensatz zu uns ist der Taxifahrer völlig entspannt, selbst dann noch, als er hört, wohin die Fahrt gehen soll. Das Desaster am Flughafen scheint bei ihm noch nicht so richtig angekommen zu sein. – Nee, er hätte bisher keine Meldung von der Zentrale bekommen, dass man an die Terminals nicht mehr ranfahren kann, meint er lapidar, als ich ihm von dem Chaos erzähle, das inzwischen rund um den Flughafen herrschen soll. Na ja, was soll’s, wir werden’s ja gleich erleben.

13.20 Uhr: Unsere Taxifahrt endet kurz vor der Zufahrt zu den Terminals – die Polizei hat alle Straßen rund um den Flughafen abgesperrt. Zumindest bis hierher sind wir schon mal gekommen. Wir bezahlen den Taxifahrer, der nun doch etwas verdutzt dreinschaut, und machen uns mit zwei Reisekoffern und zwei Trolleys bepackt zu Fuß auf den Weg zum Terminal 1.

Eigentlich sieht von Weitem alles noch relativ harmlos aus: Zwar stehen ziemlich viele Leute vor den Terminal-Eingängen auf der Straße, aber von den im Radio angekündigten Menschenmassen kann keine Rede sein… Verständlich, wie wir kurz nach Betreten des Flughafengebäudes feststellen – die Massen sind nämlich alle hier drin – ein Alptraum…

Kaum in Terminal 1 angekommen, schaue ich sofort auf die elektronischen Anzeigetafeln: Unser CONDOR-Flug wird dort immer noch planmäßig mit Abflugszeit 15.25 Uhr angezeigt. Noch nicht mal „verspätet“ steht da. Das ist doch irrwitzig: Seit heute Morgen gehen wegen des totalen Stromausfalls keine Flüge mehr, es finden weder Starts noch Landungen statt! Tausende Menschen warten mit uns auf irgendwelche Flüge, die realistisch betrachtet gar nicht stattfinden können, weil die benötigten Maschinen nicht da sind! Aber am Hauptinformations-Schalter in Terminal 1 erklärt man mir stoisch: „Solange Ihr Flug an der elektronischen Anzeigetafel angezeigt wird, ist er nicht gestrichen. Deshalb warten Sie bitte weiter!“

Machen wir! Und stellen uns brav an die durch den gesamten Terminal reichende Warteschlange bei CONDOR an. Alle Check-in-Schalter sind verwaist – weit und breit kein einziger CONDOR-Mitarbeiter in Sicht. Ich checke schnell meine E-Mails: Auch da keine Nachricht von CONDOR – wozu kriegen die eigentlich meine Kontaktdaten?!

Nach zweieinhalb Stunden stehen wir immer noch an genau derselben Stelle in der immer länger werdenden CONDOR-Schlange. Und die ganze Zeit über ertönt aus den Lautsprechern der Abflughalle die ewig gleiche monotone Ansage: „Aufgrund einer technischen Störung ist der Flugbetrieb am Hamburg Airport derzeit unterbrochen … Wir bitten um Ihr Verständnis.“

 „Wir kommen hier heute nicht mehr weg!“, sagt mein Mann plötzlich ganz ruhig zu mir. Ich fürchte, er hat recht. Aber wahrhaben will ich es noch nicht so wirklich. Ich rufe kurz meinen Sohn an, der zu Hause geblieben ist, und bitte ihn, noch mal irgendwie über CONDOR an Informationen zu kommen. Kurze Zeit später simst er mir: „Die Hotline ist immer besetzt, da komme ich nicht durch. Aber auf der Website wird Euer Flug immer noch als planmäßig angezeigt. Viel Glück!“

Kurz darauf geht ein Raunen durch die Menge – es scheint Neuigkeiten zu geben. Es ist inzwischen schon kurz vor fünf. Der nette vor uns in der Reihe stehende Mann zeigt mit dem Finger auf eine TWITTER-Nachricht auf seinem Smartphone: „Der Flughafen Hamburg stellt für heute den gesamten Flugbetrieb ein!“ Danke, TWITTER, dass wenigstens auf dich Verlass ist.

Während der Rückfahrt vom Airport beraten mein Mann und ich uns schon mal, wie’s jetzt weitergehen soll. So viel steht fest: CONDOR kontaktiert uns nicht, es gibt keine Infos der Airline am Flughafen und die Kunden-Hotline ist hoffnungslos überlastet! Zu allem Übel können wir uns heute am Sonntag auch nicht an unser Reisebüro wenden. Mist! Wir müssen spätestens morgen irgendwie nach Palma: Mehrere Handwerkertermine sind ausgemacht, und meinem Mann läuft der kostbare Jahresurlaub davon. Eine Lösung muss her!

Zu Hause angekommen, sitze ich deshalb sofort wieder synchron am Telefon und am PC: Noch einmal wähle ich die Nummer der CONDOR-Hotline, parallel dazu rufe ich am PC die Website www.condor.com  auf.… Nach weiteren 40 nervtötenden Minuten in der CONDOR-Warteschleife und der zwecklosen Suche nach irgendwelchen brauchbaren Informationen auf der deren Seite gebe ich schließlich auf.

 Noch am selben Abend haben wir auf eigene Faust online für den nächsten Tag Ersatzflüge nach Palma gebucht, diesmal mit Eurowings ab Bremen. Den Vorfall am Airport habe ich CONDOR noch am Sonntag über ein extra Reklamationsformular auf der Homepage mitgeteilt. Bereits wenige Sekunden später wird mir der Erhalt meiner Reklamation auch schon per E-Mail bestätigt. Toll, denke ich da noch, das scheint ja alles prima zu klappen…

Falsch gedacht: Denn von da an herrschte Schweigen im Walde! Trotz unzähliger Nachfragen per Telefon und E-Mail, nicht nur von mir, sondern auch vom Reisebüro, hat CONDOR sich einfach tot gestellt. 58 Tage warte ich vergebens auf eine Nachricht, doch dann, vor einer Woche, kommt sie:

„Wir erstatten Ihnen den anteiligen Flugpreis in Höhe von 199,98 Euro.“

Sofort gehe ich auf die RYAN AIR-, nicht auf die CONDOR-Seite und buche meine nächsten MALLORCA-Flüge :))   Tja, so was kommt eben von so was !!!

 

 

In diesem Sinne wünsche ich Euch allen allzeit Guten Flug!


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