VIVA MALLORCA! Nähkurs-Special: Tischdecke und Kissenbezüge aus Zungenstoff!

VIVA MALLORCA! Nähkurs-Special: Tischdecke und Kissenbezüge aus Zungenstoff!

Wer meinen Blog kennt, hat es bestimmt schon gemerkt: Ich liebe Zungenstoffe! Die traditionellen mallorquinischen Webstoffe mit ihrem unverwechselbaren Ikat-Muster haben es mir seit meinem allerersten Inselurlaub vor acht Jahren wirklich angetan. So ist es auch kein Wunder, dass sich inzwischen bei mir zu Hause das ein oder andere Kissen mit Zungenstoff-Bezug finden lässt – und jedes ist ein echtes Unikat! Denn ich habe sie mir hier in Hamburg alle extra aus den mitgebrachten Stoffen von einem Schneider anfertigen lassen… Doch damit ist jetzt Schluss: Ab sofort mach ich das selber!

Schon seit Längerem ist es mein Herzenswunsch, noch mal mit dem Nähen anzufangen – zuletzt hatte ich es irgendwann als Jugendliche probiert. Meine Mutter konnte sehr gut nähen und hat immer verzweifelt versucht, es mir beizubringen – mit eher mäßigem Erfolg, würde ich mal sagen. Das lag aber nicht an meiner Mutter, sondern an mir: Ich bin einfach zu ungeduldig! Es ging mir immer nicht schnell genug… Für meinen Geschmack dauerte es einfach zu lange, bis ein Teil nach all den mühseligen Vorarbeiten endlich fertiggestellt war. Doch seit ich meine Liebe zu  mallorquinischen Stoffen entdeckt habe, ärgert es mich wahnsinnig, dass ich damals nicht drangeblieben bin…

Doch das lässt sich ändern, dachte ich  – und habe deshalb vor zwei Wochen den Nähkurs „Schneideratelier am Sonntag“  an der Hamburger Volkshochschule besucht. Von 10 bis 17 Uhr kann man hier in einer Gruppe von maximal neun Teilnehmern mit Unterstützung einer Schneiderin an einem eigenen Nähprojekt arbeiten. Also genau das Richtige für mich, die ich mir in den Kopf gesetzt hatte, endlich eine passende Tischdecke und zwei Kissenbezüge für unsere Gartenmöbel auf Mallorca nähen zu wollen.

Nur ob ich das auch wirklich in den sieben Stunden schaffen würde – wo ich doch vor einer Ewigkeit das letzte Mal an einer Nähmaschine gesessen hatte –, das war die große Frage! Schaun mer mal…

Um kurz vor 10 komme ich bei der Volkshochschule in Hamburg-Farmsen an: Vor dem Eingang steht schon ein Grüppchen Frauen mitsamt ihrer mitgebrachten eigenen Nähmaschinen zusammen und unterhält sich angeregt. Sieht nicht so aus, als würden diese Teilnehmerinnen zum ersten Mal etwas nähen… Ein leichtes Unwohlsein macht sich bei mir breit: Ob ich hier wohl als Anfängerin mit dürftigen Vorkenntnissen richtig bin?!?

Doch noch bevor ich groß weitergrübeln kann, werde ich auch schon von allen Wartenden freundlich mit einem fünffachen „Guten Morgen“  begrüßt. Na, das lässt ja hoffen…

Nur wenig später kommt auch Margitta, die Kursleiterin, auf uns zu. Auf der U-Bahn-Linie U3  gibt’s eine Störung, deshalb hat sie es so gerade eben noch mit Ach und Krach bis 10 Uhr nach Farmsen geschafft! Auch sie begrüßt mich mit einem Lächeln. Toll, denke ich, wie nett die hier alle sind!!!

Zusammen gehen wir nun ins VHS-Gebäude. Der Nähraum liegt bedauerlicherweise im obersten Stockwerk, direkt unterm Dach. In Hamburg hatten wir die Tage zuvor durchgehend 32 Grad und mehr. Ich glaube, ich muss jetzt nicht extra erwähnen, wie warm es in dem Raum war…

Aber wir haben Glück: Heute ist es erfreulicherweise endlich mal etwas kühler, und in der Nacht hat es zudem auch noch geregnet. Sofort reißen wir alle Fenster und Türen auf und lüften den Raum ordentlich durch. Margitta begrüßt währenddessen erst mal jede einzelne Teilnehmerin  herzlich – man kennt sich! Ich bin die einzige Neue im Kurs, aber das macht nichts. Interessiert fragen mich die anderen, was mich denn hierher verschlagen hat und was ich so vorhabe. Ich erzähle von meiner Liebe zu mallorquinischen Zungenstoffen und packe dabei meine mitgebrachten Stoffe aus. Sofort schart sich die kleine Gruppe um meinen Platz, um das mitgebrachte „Material“ zu beäugen. Ein „Ah!“, „Oh“ und „Sind die aber schön“ macht die Runde. Ich freue mich über so viel Interesse und Anerkennung von den übrigen Kursteilnehmerinnen.  Das spornt mich so richtig an, heute mein Bestes zu geben!

Margitta, die den Kurs leitet, kommt nun auch an meinen Tisch und fragt mich, welche Vorkenntnisse ich habe und was mir für den heutigen Tag als Nähprojekt vorschwebt! Das Ganze lässt sich ziemlich schnell mit einem Satz beantworten: Ich habe mit 18 zum letzten Mal an einer Nähmaschine gesessen, und ich möchte heute gern versuchen, zwei Kissenbezüge und eine Tischdecke zu nähen – Punkt! Margitta schaut erst den Stoff und dann mich an und sagt: „Das kriegen wir hin!“

Und genau so war es auch: Ich habe zuerst mithilfe einer Schnittanleitung die einzelnen Zuschnitte für einen Kissenbezug mit den Maßen 40 x 40 cm angefertigt. Danach hat mich Margitta noch einmal in das „Kleine Einmaleins des Nähens“ eingewiesen–  und dann ging’s auch schon los: Erst mal alle Kanten mit Zickzackstich versäubern, damit sie nicht aufribbeln. Danach alle Seiten der Schnittteile einen Zentimeter breit umschlagen und mit einem Bügeleisen „festbügeln“, bevor das Ganze anschließend mit normalen Geradstich genäht wird. Hört sich jetzt im Nachhinein, wenn ich das hier so erzähle, alles total easy an. Ganz so einfach war’s  für mich als Wiedereinsteiger nun aber doch nicht …

…Aber es hat wahnsinnig Spaß gemacht, und die Gruppe war einfach großartig! Alle haben mir mit Rat und Tat zur Seite gestanden und jede Menge Tipps gegeben –  einfach überwältigend!

Nach sieben Stunden „harter Arbeit“ verlasse ich um kurz nach fünf den Schneiderraum der VHS mit einer selbst genähten Tischdecke plus zwei dazu passenden Kissenbezügen unterm Arm  – und einem zufriedenen Lächeln im Gesicht!

Mein nächster „Schneideratelier am Sonntag“-Kurs für Ende September ist schon fest gebucht! Dann nähe ich mir eine große Strandtasche aus … na ja, Ihr wisst schon aus was!!!

Lasst Euch überraschen!


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