Das Sommer-Highlight auf VIVA MALLORCA! Traumstraße Ma-2210 zum Cap de Formentor

Das Sommer-Highlight auf VIVA MALLORCA! Traumstraße Ma-2210 zum Cap de Formentor

Euer Warten hat ein Ende: Das neue Highlight des Monats ist da! Diesmal bin ich extra für Euch noch mal meine absolute Lieblingsstrecke auf Mallorca gefahren: die Ma-2210 von Port de Pollença zum Cap de Formentor. Bereit für die Reise? Na, dann mal los.  

Bevor’s weitergeht im Text, noch eine kurze, aber wichtige Anmerkung: Wer unter Höhenangst leidet oder schon bei Fahrten auf gut ausgebauten europäischen Pass-Straßen Herzrasen bekommt, sollte die Tour zum Cap de Formentor lieber nicht machen! Gleiches gilt für Fahranfänger und alle Ungeübten in Sachen Serpentinenfahren.

Es ist der  5. Juni 2018: Seit gestern sind mein Mann und ich nach zweimonatiger Abstinenz endlich wieder zurück in Palma. Ich stehe gerade in unserer Küche und koche Kaffee, als im Insel Radio die Nachricht kommt, dass die Zufahrt zum Cap de Formentor jetzt doch schon ab Juli für Autofahrer gesperrt wird. „Hast du das gerade gehört?“, rufe ich meinen Mann zu, der schon am Frühstückstisch sitzt und auf seinen Kaffee wartet.  „Was denn?“, kommt es von ihm zurück. „Wir müssen unbedingt die Tage noch mal mit dem Auto zum Cap de Formentor fahren, bevor sie die Straße im Juli sperren!“, antworte ich etwas genervt. Ich ahne nämlich in diesem Augenblick schon, dass außer mir jetzt bestimmt noch tausend andere auf die gleiche glorreiche Idee kommen werden!

Zwei Tage darauf ist es endlich so weit: Mit unserem Leihwagen geht es auf der Ma-13 in Richtung Norden mit Ziel Port de Pollença. Am Ortausgang dieses kleinen beschaulichen Küstenortes, in dem wir früher regelmäßig Urlaub gemacht haben, beginnt unser Abenteuer: die atemberaubende Fahrt auf der spektakulären und extrem kurvenreichen Landstraße Ma-2210 zum nördlichsten Punkt Mallorcas, dem Cap de Formentor, von Mallorquinern auch Treffpunkt der Winde genannt.

Es ist kurz nach 10 Uhr, als wir endlich mit dem motorisierten „Aufstieg“ zum Kap beginnen. Wie vermutet ist bereits jede Menge Verkehr. Gemeinsam mit uns quälen sich unzählige andere Mietwagen-Besitzer, Motorräder, Busse und, nicht zu vergessen, die auf Mallorca obligatorischen Rennradfahrer die kurvenreiche Asphaltstraße hoch. Im Zuckeltempo geht’s nun Kilometer für Kilometer voran, und das ist auch gut so. Denn, wie gesagt, die Strecke hat’s in sich, und wer hier ans Überholen denkt, ist entweder auf Droge oder lebensmüde – oder beides!

Bisher bin ich die Strecke immer selber gefahren, doch heute gebe ich mal den Beifahrer, weil ich schon während der Fahrt aus dem Wagen heraus Fotos machen möchte. Mein Mann, das muss ich hier mal lobend erwähnen, ist ein wirklich guter Fahrer, und trotzdem merke ich, wie ich mich bei jeder Serpentine haltsuchend am Türgriff festklammere – den Blick entweder auf gefährlich nahe kommende Felswände oder sich am seitlichen Fahrbahnrand auftuende Abgründe gerichtet. Erste Schweißtropfen bilden sich auf meiner Stirn. Bloß nicht jetzt schon anfangen zu schwächeln, sage ich mir innerlich – es liegen ja noch 13 Kilometer vor uns!

Gott sei Dank kommt in diesem Moment der erste Haltepunkt, der Parkplatz am Mirador es Colomer, in Sicht. Zeit für ein erstes Fotoshooting. Vor uns liegt das wohl bekannteste Urlaubsmotiv Mallorcas: die schmale, langgestreckte Landzunge von Formentor! Jedes Mal bin ich wieder aufs Neue fasziniert von diesem gigantischen Ausblick. Das Licht ist heute einfach perfekt – und so sind die Bilder schnell im Kasten. Zufrieden steigen wir wieder ins Auto. Weiter geht’s. Vamos!

Je näher wir unserem Ziel kommen, umso abenteuerlicher wird das Ganze. Die Straße ist inzwischen gefährlich eng geworden; an den entgegen kommenden Fahrzeugen müssen wir uns Millimeter für Millimeter vorbeiquetschen. Plötzlich, wie aus dem Nichts, kommen zwei Rennradfahrer aus der nächsten Kurve geschossen. Als wären sie Lance Armstrong, rasen die beiden mit hundert Sachen den Berg hinunter – und haarscharf an unserem Auto vorbei. Das war knapp! Ich glaube, auf den Schreck brauche ich jetzt erst mal eine Verschnaufpause.

Kurz darauf halten wir am Aussichtspunkt Mirador Fumat und werden mit einem fantastischen Rundum-Panoramablick für all die vorausgegangenen Schockmomente entlohnt. Einfach nicht in Worte zu fassen, diese Aussicht. Das müsst Ihr mit eigenen Augen gesehen haben …

Jetzt trennen uns nur noch wenige Kilometer vom Faro de Formentor, dem berühmten Leuchtturm am Kap. Schon von Weitem können wir das übliche Verkehrschaos rund um den kleinen Parkplatz des 1892 erbauten Leuchtturms erkennen. Nichts geht mehr – auf der Zufahrtstraße hat sich bereits ein Rückstau gebildet. Das Problem kennen wir schon. Es ist einfach aussichtslos, tagsüber dort oben einen Parkplatz finden zu wollen. Deshalb beschließen wir, gar nicht erst weiter  zu fahren, sondern gleich kehrt zu machen, so lange das noch möglich ist. Steckt man erst mal im Stau, gibt es kein Entkommen mehr, so viel kann ich Euch aus eigener Erfahrung sagen.

„Beim nächsten Mal“, sage ich zu meinem Mann, während wir wieder umkehren, „müssen wir unbedingt schon früher los!“ – Mein Mann schmunzelt nur, weil er wahrscheinlich denkt: Das sagt sie jedes Mal!

Deshalb mein Tipp: Macht es gleich richtig und fahrt so früh wie möglich los: Die Zufahrtsstraße zum Cap de Formentor wird nämlich vom 9. Juli an täglich immer erst ab 10 Uhr gesperrt.

Ich wünsche Euch jetzt schon mal viel Spaß und gute Nerven!


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