Allgemein Sehnsuchtsorte

Fornalutx im Winter – ein echter Sehnsuchtsort

Das neue Jahr ist doch tatsächlich schon ganze 12 Tage alt und schreit inzwischen förmlich nach einem neuen Blogpost. Na, dann wollen wir sein Schreien doch endlich mal erhören …

Ich habe wirklich lange überlegt, mit welchem Schmankerl ich mein neues VIVA MALLORCA! Blog-Jahr(zehnt) am besten eröffnen könnte … und was soll ich sagen: die Entscheidung wurde mir abgenommen. Von wem? – Vom schönsten Dorf Spaniens höchstpersönlich! Aber lest doch einfach selber, wie’s dazu kam…

Es ist Freitag, der 3. Januar 2020. Letzter Tag des mal wieder viel zu schnell vergangenen Weihnachtsurlaubs auf Mallorca, unserer zweiten Heimat. Wie immer, planen mein Mann und ich am Tag vor der Abreise einen „Abschiedsausflug“. Für uns ist das inzwischen zu einem kleinen Ritual geworden: noch mal ganz bewusst einen unserer persönlichen Sehnsuchtsorte auf der Insel anzusteuern, damit es dann mit frischen Insel-Erinnerungen im Gepäck und gerüstet für die Mallorca-freie Zeit wieder nach Hause gehen kann.

Abschiedsausflug zum Sehnsuchtsort

Das Wetter in Palma ist an diesem Freitag etwas durchwachsen – ein Sonne-Wolken-Mix, aber bei immerhin frühlingshaften 14 Grad. Da wir mit dem Mallorca-Wetter inzwischen so unsere Erfahrungen gesammelt haben, beschließen wir, heute auf gut Glück Richtung Sóller zu fahren. Denn erstaunlicherweise ist das Wetter dort, haben wir zumindest festgestellt, immer einen Tick besser, wenn es in Palma gerade nicht so gut ist – und umgekehrt.

An meiner „Wettertheorie“ scheint wirklich was dran zu sein: Kaum haben wir das Ende des drei Kilometer langen Sóller-Tunnels erreicht, blinzelt auch schon die Sonne durch die dicke Wolkenschicht! Eigentlich wollen wir von hier ja weiter nach Port de Sóller… Doch dann fällt mein Blick zufällig auf einen von der Sonne beschienenen Tramuntana-Hügel, oberhalb des Sóller-Tals. Und im gleichen Moment taucht ein „Fornalutx 4 KM“-Hinweisschild  am rechten Straßenrand auf, das den Weg in Richtung Sonnenhügel zu weisen scheint. Wenn das mal kein gutes Omen ist…

Traumroute von Sóller nach Fornalutx

„Fahr nach FORNALUTX, Schatz!“ sprudelt es prompt aus mir heraus. „Guck doch, dort oben in den Bergen scheint gerade die Sonne!“

Kaum ausgesprochen, finden wir uns auch schon auf der Landstraße Ma-2121 wieder, die – wie es der Zufall will – gerade heute erst nach dreiwöchiger Sperrung wieder für den Verkehr frei gegebenen wurde. Die liebe Sonne immer fest im Blick, schlängeln wir uns Kilometer für Kilometer Fornalutx entgegen. Die 15-minütige Fahrt dorthin ist ungelogen der reinste Augenschmaus: Mehr als einmal bieten sich einem fantastische Ausblicke hinunter ins wintergrüne Orangental von Sóller. Einziger Wermutstropfen: Entlang der Strecke gibt es leider so gut wie keine Haltemöglichkeit, sodass eigentlich nur der Beifahrer in den Genuss dieses herrlichen Panoramas kommt.

Kleiner TIPP: Das Problem lässt sich leicht lösen, indem Ihr die vier Kilometer von Sóller aus nach Fornalutx einfach mal wandert, statt mit dem Auto zu fahren!

Während ich in Gedanken schon mal die Wanderung plane, hat unser kleiner roter Mietwagen-Flitzer den 660-Seelen-Ort bereits erreicht.

Fast erkenne ich das mehrfach zum „Schönsten Dorf Spaniens“ gekürte Fornalutx nicht wieder, so menschenleer und ruhig ist es hier heute. Kein Vergleich zu unserem letzten Besuch im Juni: Damals konnten wir trotz der drei großen öffentlichen Parkplätze im Ortskern partout keinen Stellplatz finden, so voll war es.

Jetzt scheint der malerische Ort regelrecht in einen Dornröschenschlaf versunken zu sein. Kein einziger Reisebus weit und breit, viele der Lokale und Souvenierläden sind geschlossen. Dafür freie Parkplätze ohne Ende!

Leider hat sich die Sonne inzwischen schon wieder verabschiedet, aber egal! Dieses wunderschöne authentische Bergdorf strahlt auch vollkommen ohne Sonne –  von innen heraus sozusagen.

Spaniens schönstes Dorf im Winterschlaf

In den folgenden zwei Stunden gehört Fornalutx dann ganz uns, mit seinen urigen Natursteinhäusern und den unzähligen kleinen, fast labyrinthartigen kopfsteingepflasterten Gassen, von denen eine schöner ist als die andere! Vor allem für Fenster- und Türenfans wie mich, ist dieses Dorf ein wahres Paradies. Noch in keinem anderen mallorquinischen Ort habe ich derart viele schöne Exemplare auf einen Schlag entdecken können.

Und während ich gefühlt hundert Fenster und Türen fotografiere, betört mich dieser unbeschreibliche Duft der vollreifen Winterfrüchte, die an den unzähligen Orangen- und Zitronenbäumen des Ortes hängen und wie Weihnachtskugeln anmuten.

Am zentral gelegenen Kirchplatz steht wie jedes Jahr der wohl extravaganteste Weihnachtsbaum Mallorcas und wartet geduldig darauf, zum Abertausendsten Mal geknipst zu werden.

Schräg gegenüber befindet sich das „Café C’an Benet“, inselweit meine absolute Lieblingsdorfkneipe. Hier gibt’s für uns zum Abschluss jedes Fornalutx-Besuchs die obligatorische Caña, sprich ein kleines Bier vom Fass! Und da sitzen wir dann, der Zeit entrückt, neben Pedro, Pablo und Co., trinken genüsslich unser Bierchen und saugen selbstvergessen alle Eindrücke in uns auf, die dieser herrliche mallorquinische Sehnsuchtsort zu bieten hat. Um sie anschließend mitzunehmen als kleines Andenken an unseren definitiv letzten Abschiedsausflug des Jahres 2019.

Ich sage Danke, Fornalutx! Hasta pronto! Wir kommen wieder

FAZIT: Wer einmal in diesem zauberhaften Bilderbuchort gewesen ist, kommt immer wieder. Da bin ich mir ganz sicher! Fahr hin und finde es selber heraus. Und wenn Du dort warst, gib mir Bescheid, ob ich recht habe!

Und nicht vergessen: Unbedingt bei C’an Benet vorbeischauen!

Ich wünsche Euch allen viel Spaß beim Entdecken dieses echten Sehnsuchtsortes!

Karin

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Keine Kommentare

  • Reply
    P.
    17. Januar 2020 at 19:36

    Ich verfolge deine ‚Mallorca im Winter‘ Berichte gerade mit großem Interesse! Wir überlegen ob wir mit unseren Kindern über Weihnachten und Silvester hinfahren sollen. Deine schönen Bilder überzeugen uns schon sehr! Liebe Grüße!!

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