Weinprobe auf Mallorca: Zu Gast bei den Bodegas Macià Batle und José L. Ferrer

Weinprobe auf Mallorca: Zu Gast bei den Bodegas Macià Batle und José L. Ferrer

[Werbung ohne Auftrag]    Letzten Samstag auf Mallorca: Der Wettergott meint es nicht gut mit uns! Es regnet nicht nur in Strömen, nein, on top gibt’s auch noch Sturm, Blitz und Donner gratis dazu. Dumm nur, dass wir ausgerechnet für heute eine Sightseeing-Tour mit Freunden geplant hatten. Und was nun? …

Wie heißt es so schön: Not macht erfinderisch. Und so verkünde ich nach kurzem Hin- und Herüberlegen wie WICKIE, der sich die Stupsnase reibt und Sterne sieht, wenn ihm die zündende Idee kommt: „Ich hab’s! Das ist ein perfekter Tag für einen Bodega-Besuch. Wir könnten zum Beispiel zu Macià Batle nach Santa Maria del Cami fahren oder zu José Luis Ferrer nach Binissalem.“  Mein Vorschlag trifft auf offene Ohren. Na dann: Vamos! Auf geht’s zur Weinprobe …

Es gießt noch immer wie aus Kübeln, als wir gegen 13 Uhr bei Macià Batle, einem der wohl bekanntesten Weingüter Mallorcas, ankommen. Das hübsche ockerfarbene Steingebäude liegt unübersehbar am Ortsausgang von Santa Maria del Camí, aus Richtung Palma kommend direkt an der Landstraße MA-13A. Der große hauseigene Parkplatz, auf dem wir parken, ist so gut wie leer, doch drinnen sieht’s dann schon ganz anders aus: Im großen Verkaufsraum, gleich im Eingangsbereich der Bodega, tummeln sich bereits zahlreiche Weinfreunde und solche, die es werden wollen. Die Stimmung ist gut, am Ausschanktresen gleich links neben dem Eingang wird eifrig Wein probiert, dazu gibt’s Quelys mit Olivenpaste oder einer der vier hauseigenen leckeren Gewürzsalz-Öl-Mischungen. Im Kellergewölbe findet gerade eine Führung mit anschließender Weinverköstigung statt. Ich frage nach, ob wir uns anschließen können. Doch wie mir die freundliche Servicekraft erklärt, ist das heute eine geschlossene Gesellschaft. Na, macht nichts, hier oben gibt’s ja zum Glück auch noch einen Weinausschank.

Kaum sind wir am Probierstand angekommen, kümmert sich auch schon eine nette Macià Batle-Mitarbeiterin um uns. In perfektem Deutsch fragt sie, ob wir Lust haben, mal einen Wein zu probieren, und zeigt dabei auf die vor ihr aufgereihte Flaschensammlung: Rot,- Weiß-  oder Roséwein sind heute im Angebot.  Und: Wollen wir? Aber claro!

Los geht’s mit einem Tinto Añada, dem roten „Hauswein“ von Macià Batle. Als Nächstes probieren wir einen leckeren Rosado, dann wieder einen Rotwein und zu guter Letzt – speziell für mich als Weißwein-Fan – nur noch einen winzig kleinen Schluck Blanc de Blancs. Salud!

Ganz entspannt und in lockerer Atmosphäre genießen wir unsere Bad Weather-Weinprobe bei Macià Batle. Hier lässt es sich aushalten, hier bleibt man gern noch auf ein letztes Glas im Stehen!

Nach weinseligen eineinhalb Stunden heißt es für uns dann „Chao, Macià Batle!“ Wir müssen leider weiter: Eine andere Perle unter Mallorcas Weingütern wartet heute noch auf uns… das Traditionshaus José Luis Ferrer in Binissalem!

Erst Macià Battle, dann José Luis Ferrer

Von Macià Batle aus müssen wir dafür gar nicht weit fahren – genau genommen nur 6,2 Kilometer oder umgerechnet acht Autominuten in Richtung Binissalem. Einfach immer nur  stur geradeaus auf der uns inzwischen schon bekannten Schnellstraße MA-13 A. Das Weingut von José L. Ferrer zu verfehlen ist nahezu unmöglich, steht doch direkt am Ortseingang von Binissalem jene überdimensionale Rotweinflasche, die bestimmt jeder Mallorca-Besucher schon einmal gesehen hat, wenn er auf der Autobahn MA-13 von Inca in Richtung Palma gefahren ist.

Heute scheint unser Glückstag zu sein: Auch bei José L. Ferrer ist der Parkplatz neben der Bodega leer gefegt. Schauen wir mal, wie’s drinnen aussieht…

Als wir die Bodega betreten, bietet sich uns ein völlig anderes Bild als eben noch bei Macià Batle: In dem schmalen ellenlangen Verkaufsraum herrscht gähnende Leere; lediglich zwei Besucher sitzen schweigend an einem der vielen über den Raum verteilten weinfassförmigen Probiertische und nippen an ihrem Glas.

Die Atmosphäre ist hier eine komplett andere. Irgendwie kalt und ungemütlich. Warum? Ich glaube, es liegt am Einrichtungsstil, der eher modern-minimalistisch ist. Eigentlich mag ich das, aber für eine mallorquinische Bodega ist mir das doch irgendwie zu steril. Das liegt bestimmt auch mit an den unzähligen an der Decke montierten Halogenstrahlern, die ideal zum Ausleuchten eines OP-Saals geeignet wären, aber in einer Weinprobierstube eher fehl am Platz sind.

Doch so schnell lassen wir uns nur wegen der Äußerlichkeiten nicht Vergraulen … und überhaupt: Wir wollen hier ja nicht einziehen, sondern nur ein paar Gläschen Wein testen. Das passt schon!

Als wenn sie unsere Gedanken gelesen hätte, kommt im gleichen Augenblick auch schon eine weibliche Servicekraft auf uns zu und fragt, ob wir Lust auf eine Weinprobe  hätten! Eine Preisübersicht hat sie vorsichtshalber auch gleich mitgebracht.  Bei José L. Ferrer wird einem – im Gegensatz zu Marià Batle – der Wein nämlich nicht kostenlos ausgeschenkt! Je nachdem, wie viel und von welchen Weinen man probieren möchte, zahlt man entsprechend. Die günstigste Variante liegt dabei bei 7 Euro für drei Probiergläschen!

Wir entscheiden uns für die 7-Euro-Variante, und bestellen zwei Rotweine und einen Rosé!

Kurz darauf stehen die drei Weingläser auch schon vor uns, zusammen mit einem Teller Quelys und zwei Gläsern Wasser. Na dann: Salud! Testen wir doch mal …

Der erste Wein, den wir probieren, ist wohl einer der bekanntesten Rotweine aus dem Hause Ferrer: der Crianza – jener Wein, der in Form der bereits erwähnten Riesenflasche unübersehbar vor der Bodega steht! Sehr süffig, ich mag den Crianza!

Als Nächstes kommt der Rosé an die Reihe: der Rosat José L. Ferrer! Oh Mann, ist der frisch! Mit unbeschreiblichen Aromen und für einen Rosé ausgesprochen vollmundig bei nur 12%. Das könnte mein neuer Lieblingsrosé werden.

Zum Abschluss gibt’s dann noch mal einen anderen Rotwein: den DUES, Sirah-Callet. Und der ist jetzt wirklich mit Abstand das heutige Wein-Highlight – samtig weich, ausgewogen und so was von gut. Das kann man nicht in Worte fassen, den muss man einfach gekostet haben!

Am Ende des Tages waren wir alle froh, nach der zugegebenermaßen geselligeren Weinprobe bei Macià Batle doch noch den Abstecher nach Binissalem zu José L. Ferrer und seinen grandiosen Weinen gemacht zu haben!

Fazit: Ich kann Euch diese kleine halbtägige Weintour zur Nachahmung nur dringend empfehlen 😉

VIVA MALLORCA! wünscht Euch schon mal viel Spaß dabei!

!HASTA LA VISTA!


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