Einmal im Leben essen wie die Mallorquiner – im Restaurant „Es Cruce“

Einmal im Leben essen wie die Mallorquiner – im Restaurant „Es Cruce“

[Werbung ohne Auftrag]   Seit gut einem Jahr sind mein Mann und ich jetzt schon Teilzeit-Mallorquiner … und das mit wachsender Begeisterung. Das ist wohl auch der Grund dafür, dass ich in letzter Zeit zahlreiche neue Vorlieben und Gewohnheiten an mir feststelle, die ich zweifelsfrei meiner zweiten Heimat zu verdanken habe… Darunter fällt zum Beispiel meine Leidenschaft für die „echte“ mallorquinische Küche!

Doch auf Mallorca traditionelles mallorquinisches Essen auf den Teller zu bekommen ist gar nicht so einfach, wie man vielleicht glaubt. Klar, steht bei vielen Insel-Restaurants dick und fett „Cocina mallorquina“, also mallorquinische Küche, auf der meist für uns Touristen vor dem Eingang aufgestellten schwarzen Kreidetafel. Doch nur in den seltensten Fällen habe ich in diesen vermeintlich landestypischen Lokalen tatsächlich auch echte Hausmannskost serviert bekommen. Na ja, sei’s drum: Wo es Touristen gibt, wird es auch immer schwarze Schafe geben – in Hamburg genauso wie auf Mallorca!

Aber keine Sorge: Es gibt sie noch, die traditionelle Inselküche, und ich verrate Euch auch, wo: im „Restaurante Es Cruce“ in Vilafranca de Bonany!

Wo ist das denn?, werden sich viele von Euch jetzt sicher fragen. Zu Recht! Denn auch wir hätten diesen Tempel mallorquinischer Gaumenfreuden garantiert nie im Leben gefunden, wäre da nicht dieser wundervolle Artikel in der Mallorca Zeitung gewesen: „Restaurant El Cruce: Wo der Mallorquiner seine Schnecken schlürft“!

Schon allein die Überschrift reicht, um mir Appetit auf das Lokal zu machen: Da muss ich hin! Unter Mallorquinern Schnecken schlürfen – das ist genau mein Ding! Aber wo zum Teufel liegt denn nun Vilafranca de Bonany? Ich gebe „Es Cruce Mallorca“ bei Google Maps ein… und nur einen Click später weiß ich, wo ich und mein Mann den heutigen Abend verbringen werden: an der Ma-15 zwischen Palma und Manacor, Höhe KM 41, direkt am Kreisverkehr bei der Abzweigung nach Felanitx!

Als wir gegen 17 Uhr mit unserem Fiat 500 auf den riesengroßen hauseigenen Parkplatz rollen, staunen wir nicht schlecht, wie viele Autos um diese Uhrzeit bereits vor dem Restaurant parken – und das an einem ganz gewöhnlichen Wochentag zwischen Weihnachten und Neujahr. Das will schon was heißen, wenn man bedenkt, dass die meisten Restaurants außerhalb Palmas in den Wintermonaten komplett dichtmachen.

Auf den ersten Blick wirkt das „Es Cruce“ eher unspektakulär – aber davon sollte man sich speziell auf Mallorca nicht abschrecken lassen. Ganz im Gegenteil: Hinter den unscheinbarsten Fassaden verbergen sich häufig die wahren Insel-Perlen.

Leider lässt man sich oft eher vom schönen Schein blenden. Doch wie hat meine Oma früher immer so schön gesagt: „Außen hui, innen pfui!“ – Und da ist was Wahres dran…

Kaum haben wir das urige Restaurante betreten, sind wir auch schon mittendrin im prallen Leben: Lautes Stimmengewirr, eine von intensiven Küchengerüchen geschwängerte Luft und vergnügt durch den Gastraum tollende Kinder begrüßen uns – Willkommen bei den Mallorquinern!

Sofort stürzt ein junger Kellner mit der Frage „Para comer?“ auf uns zu. Claro will ich was essen. Ich bin ja schließlich nicht zum Spaß hier! – Der junge Mann lächelt zufrieden und zeigt mit dem Finger auf einen der vielen dunkelbraunen Holztische am Fenster. Muy bien, gracias! Wir sitzen noch nicht richtig, da kommt der eifrige junge Mann auch schon an unseren Tisch, um die Bestellung aufzunehmen. Von den Nebentischen werden uns neugierige Blicke zugeworfen – dass wir keine Einheimischen sind, sieht man uns wohl an der Nasenspitze an. Hier kennt man seine Pappenheimer… oder besser gesagt Mallorquiner! Egal, da müssen wir jetzt durch – zur Einstimmung werden erst mal zwei Bier bestellt!

Die DIN A5-große beidseitig bedruckte Speisekarte mit den Spezialitäten des Hauses – vorne auf Katalanisch, hinten auf Spanisch – steckt gut sichtbar in einem kleinen Holzaufsteller.  Jetzt heißt es aufgepasst, denn bei dem ein oder anderen Gericht sind wir uns nicht sicher, was sich dahinter verbirgt. In Windeseile googlen wir die Begriffe, und hoffen, dass der übereifrige Kellner nicht so schnell wiederkommt…  tut er aber!

Was soll’s. Lange zu überlegen ist auch nicht immer das Beste. Also bestelle ich jetzt einfach drauflos: als Vorspeise Frito Mallorquin, das wollte ich schon immer mal essen, und anschließend das gegrillte Kaninchen. Mein Mann nimmt vorweg die „Schlürf-Schnecken“ und dann auch das Kaninchen!

Es dauert keine Minute, da kommt auch schon unser Bier angeflogen, begleitet von einem Teller mit frisch gebackenem, noch warmen Landbrot, dazu eine Handvoll schwarzer Oliven. Na dann: Salud!  – auf einen spannenden Abend! Schaun wir mal, was uns erwartet.

Als die Vorspeisen kommen, sind wir baff: Was hier für lächerliche 4,40 Euro fürs Frito Mallorquin und 6,60 Euro für eine Riesenportion Schnecken auf den Tisch kommt, ist der helle Wahnsinn. Kein Wunder, dass der Laden brechend voll ist. Hier stimmt nicht nur das Preis-Leistungs-Verhältnis, hier schmeckt’s auch wie bei Muttern! Ich schaffe nur die Hälfte meiner Vorspeise, schließlich wartet gleich noch ein ganzes Kaninchen samt Beilagen auf mich …

Mein Mann schlürft derweil genüsslich seine Schnecken – und vom Nachbartisch wandern erste anerkennende Blicke zu uns rüber! Na, wer sagt’s denn… VIVA MALLORCA!

Heftiger Knoblauchgeschmack breitet sich langsam in meinem Mund aus. Ich habe ordentlich bei der Aioli-Creme zugelangt, die eigentlich zur Vorspeise meines Mannes gehörte. Bestimmt rieche ich jetzt noch tagelang danach…

Mir bleibt keine Zeit mehr, weiter über die Folgen des übermäßigen Aioli-Genusses nachzudenken, denn unser Freund, der Kellner, steht bereits mit dem Hauptgang vor uns: „Conejo a la brasa“!

Ihr ahnt es bestimmt schon:  Ja, auch diese Portion war riesengroß und übertraf all unsere Erwartungen: das ist mallorquinische Hausmannskost, wie sie im Buche steht!

Wer nach dem Hauptgang noch Platz in seinem Magen hat, für den stehen sage und schreibe 20 hausgemachte Desserts zur Auswahl auf der Speisekarte: Bon Profit!

MEIN FAZIT: Wer nach echter unverfälschter mallorquinischer Küche zu unschlagbaren Preisen sucht, wird im Restaurante „Es Cruce“ garantiert fündig werden! Wer hingegen eine Abneigung gegen Olivenöl-lastige Speisen hat oder gerade auf Diät ist, sollte einen möglichst weiten Bogen um Vilafranca de Bonany machen.


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